Zeit ist kostbar und gemeinsam Zeit zu verbringen finde ich ein schönes Geschenk. Während dieser Zeit in der Wärme zu sein und etwas Neues zu entdecken, das war meine Idee als ich im Mai Holger beschenkte. Nun war es soweit, er löste sein Geburtstagspräsent ein und wir brachen Mitte August auf um die Hauptstadt Südkoreas – Seoul – zu erkunden.
Seoul, ja was besichtigt man den eigentlich in Seoul? Bei dieser Stadt fällt mir im ersten Moment keine berühmte Sehenswürdigkeit an. Doch diese Stadt überrascht einen mit vielen abwechslungsreichen Attraktionen.
Wir besichtigen wie folgt:
- Changdeokgung, der Palast der glänzenden Tugend
- Arario Museum, Kunstmuseum
- Trickeye Museum
- Love Museum
- Lotte World Tower, Wolkenkratzer (Mit einer Höhe von 555 m ist es zum Zeitpunkt der Eröffnung der höchster Wolkenkratzer Südkoreas)
- Stadtmauer
- eine ehemalige Stadtstraße, welche nun ein Fluss ist
Allerdings gelang uns das alles nur, weil Soulik uns verschonte.
Soulik, wer ist eigentlich dieser Soulik? Kaum in Seoul angekommen verbrachten wir unseren ersten Abend bei einem sehr leckeren Mexikaner. Wir kamen mit einem Amerikaner ins Gespräch und in einem Nebensatz fragte er uns, ob wir denn unsere Regenschirme eingepackt hätten? Im Vorfeld beobachtet wir das Wetter wie üblich über die Apple Wetter App, doch von Regen war da keine Rede… was sollte also seine Frage? Dann klärte er uns auf: Soulik war der angekündigte Taifun. Da sieht man mal wieder wie unerfahren wir sind. Verreisen in Asien und informieren uns gar nicht über durch aus öfters auftretende tropische Wirbelstürme. Wir sahen uns schon den kompletten Urlaub im Hotelzimmer sitzen. Doch wir hatten Glück, Soulik änderte seine Richtung und streifte die Stadt nur noch. Seine Auswirkung summierte sich dann nur noch auf einen halben Tag mit leichtem Regen bei immer noch tropischen Temperaturen. Danke, unser Urlaub war sozusagen in trockenen Tüchern.
Besonders erwähnen möchte ich ein Geräusch, welches wir beim Besuch des Palastes zum ersten Mal wahrnahmen. Aufgrund des angekündigten Taifuns waren der Palast und seine wirklich sehr weitläufige Parkanlage fast menschleer. Kaum waren wir durch das Eingangstor getreten ertönte ein lautes, metallisch, klirrendes Geräusch welches wellenartig kam und ging. Es klang wie extrem laut surrende Stromkabel, aber diese gab es im Parkgelände nicht. Also vermuteten wir, dass es Insekten sein müssen. Kurz recherchiert fanden wir heraus, dass Zikaden diese wirklich laute Geräuschkulisse verursachen. Ich habe ein Video aufgenommen, vielleicht hört man es. Auch die weiteren Tage beim z. B. entlang spazieren der alten Stadtmauer trafen wir immer wieder auf diese Töne, welche bis zu 75 Dezibel laut werden können. Für mich somit charakteristisch für den Sommer in Seoul.
Ebenfalls sehr ausgefallen ist der 8,4 km lange Fluss Cheonggyecheon, welcher mitten durch das Zentrum von Seoul fließt. 2003 begann die Stadt damit die Stadtautobahn abzureisen und den in der 1970er Jahre zubetonierten Fluss wieder zu renaturiert. Diese grüne Lunge ist ein vorbildhaftes Stück Natur in einer 22 Millionen Metropole, an welcher sich deutsche Stadtplaner wirklich ein Beispiel nehmen können.
Sehr viel Spaß hatten wir auch im Trickeye und Love Museum. Diese besucht man unter Nutzung der Museums App. Man stellt sich vor ein großes Wandgemälde oder eine Installation die einen AR-Effekt (Augmented Reality) und / oder 3D-Illusionen enthält. Der Partner richtet dann das Handy auf die Szene und durch die spezielle App entsteht dann der AR-Effekt. Die so entstanden Bilder sind echt super lustig.
Auch diese Metropole wollten wir von oben betrachten und wählten den mit 555 m hohen Lotte World Tower. Auch hier waren wir im Restaurant Bereich fast die einzigen Gäste und genossen eine herrliche Aussicht über die glitzernde Stadt.
Seoul hat viele verschiedene Gesichter. Von Bereichen mit Wolkenkratzer an Wolkenkratzer über viele kleine eng aneinander gebaute Häuser in bergiger Gegend und natürlich unzählige verwinkelte Gassen. In den „Fußgängerzonen“ gibt es schon eine gehäufte Anzahl an Beautyshops und Möglichkeiten zu Massage, Pediküre, Wimpernverlängerung etc. Aber mein Eindruck war, dass die Bewohner Seouls den Beautywahn nicht übertreiben sondern eher ganz im Gegenteil meist sehr natürlich gepflegt unterwegs sind. Auch das koreanische Essen haben wir probiert und Holger mochte es wirklich sehr, sich nach dem gebrutzle kleine Salatpäckchen zu formen und zu vernaschen.
Mein Fazit: Eine Stadt mit, für asiatische Verhältnisse, Charme & Überraschung.





